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Laufschuh-Sprengung (Drop) erklärt: 0 mm vs. 6 mm vs. 12 mm

Schwarz-weißer Laufschuh mit dicker Zwischensohle im Profil
Kurz & knapp

Die Sprengung (Drop) ist der Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß in Millimetern. Hohe Werte (über 8 mm) reduzieren die Zugbelastung auf die Achillessehne, niedrige (0 bis 4 mm) verlagern die Last nach vorn und fordern die Waden. Einen „richtigen“ Wert gibt es nicht, wichtig ist eine schrittweise Umstellung.

Was genau ist die Sprengung?

Die Sprengung ist der Höhenunterschied zwischen der Sohlenhöhe an der Ferse und am Vorfuß, gemessen in Millimetern. Ein Schuh mit 35 mm Fersenhöhe und 23 mm Vorfußhöhe hat also 12 mm Sprengung. Der englische Begriff „Drop“ meint dasselbe. Bei einer Nullsprengung (Zero Drop) liegen Ferse und Vorfuß auf gleicher Höhe, wie bei klassischen Barfußschuhen.

Wichtig: Herstellerangaben und Labormessungen weichen manchmal ab. Beim Salomon Speedcross 6 nennt Salomon 10 mm, RunRepeat maß im Labor 14,1 mm. Beim ASICS Gel-Nimbus 28 gibt ASICS 8 mm an, RunRepeat maß 5,2 mm. Die Zahl im Katalog ist also ein Richtwert, das Laufgefühl zählt am Ende.

Sprengung im Vergleich: Beispiele aus unserem Katalog

ModellSprengung (Katalog)Einordnung
Altra Lone Peak 80 mmNullsprengung
Saucony Kinvara 144 mmNiedrig
Hoka Clifton 95 mmNiedrig bis mittel
On Cloud 57 mmMittel
ASICS Novablast 48 mmMittel
On Cloudsurfer 29 mmMittel bis hoch
Brooks Glycerin 21, Adidas Ultraboost 22, Puma Deviate Nitro 3, Salomon Speedcross 610 mmHoch
Brooks Ghost 16, Brooks Adrenaline GTS12 mmHoch

Hohe und niedrige Sprengung: Was bedeutet das?

Hohe Sprengung (ab ca. 8 mm)Niedrige Sprengung (0 bis 6 mm)
BelastungEntlastet Achillessehne und WadeVerlagert Stoßkräfte auf Mittel- und Vorfuß, fordert Waden und Fußmuskulatur
Typischer LaufstilFersenlaufMittel- und Vorfußlauf
UmstellungMeist unproblematischSchrittweise, sonst Überlastung der Achillessehne
Passt zuKlassischen Alltags- und DämpfungsschuhenNatürlichem Laufgefühl, Trail, Zero-Drop-Modellen

Laut Runner's World und anderen Ratgebern kann eine höhere Sprengung (über 8 mm) bei Achillessehnenproblemen hilfreich sein, weil sie die Zugbelastung beim Aufprall reduziert. Niedrige Sprengungen aktivieren stärker die hintere Muskelkette aus Waden, Achillessehne und Fußmuskulatur. Beide Richtungen haben also Vor- und Nachteile. Ein Wert ist nicht automatisch „natürlicher“ oder besser.

Solltest du deine Sprengung wechseln?

Ein Wechsel ist möglich, sollte aber schrittweise über mehrere Wochen erfolgen. Wer zu schnell von einer hohen auf eine niedrige Sprengung umsteigt, riskiert Überlastungen an Waden und Achillessehne. Ein Vorgehen, das viele Ratgeber empfehlen:

  1. Beginne mit kurzen Läufen im neuen Schuh, etwa 10 bis 15 Minuten, und laufe den Rest im gewohnten Modell.
  2. Steigere die Zeit im neuen Schuh über mehrere Wochen.
  3. Achte auf Beschwerden in Waden und Achillessehne und reduziere bei Schmerzen sofort.
  4. Wechsle bei bestehenden Achillessehnenproblemen nicht zu einer niedrigeren Sprengung, sondern sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Welche Sprengung passt zu wem?

  • Einsteiger: Aus unserer Sicht sind Schuhe mit mittlerer bis hoher Sprengung (6 bis 12 mm) die einfachste Wahl, weil sie dem gewohnten Gehen und Laufen am nächsten kommen. Mehr dazu im Ratgeber Laufschuhe für Anfänger.
  • Läufer mit Achillessehnenproblemen: Eine höhere Sprengung entlastet die Sehne, siehe auch Laufschuhe bei Fersensporn und Achillessehne.
  • Trailläufer: Trailschuhe gibt es von 0 bis etwa 10 mm, siehe Trailrunning-Schuhe.
  • Läufer mit Kniebeschwerden: Die Wirkung der Sprengung ist individuell, mehr dazu im Ratgeber knieschonende Laufschuhe.

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Sprengung und Lauftechnik

AufsetzenBeschreibungSprengung, die oft passt
FersenlaufDer Fuß setzt zuerst mit der Ferse auf, verbreitet bei AlltagsläufernMittlere bis hohe Sprengung (ca. 8 bis 12 mm)
MittelfußlaufDer Fuß setzt flach aufMittlere bis niedrige Sprengung (ca. 4 bis 8 mm)
VorfußlaufDer Fuß setzt mit dem Ballen aufNiedrige Sprengung (0 bis 6 mm)

Die Zuordnung ist eine grobe Orientierung: Die Sprengung ändert nicht automatisch dein Aufsetzen, und dein Laufstil wechselt auch mit dem Tempo. Wenn du deinen Laufstil nicht kennst, hilft eine Laufanalyse im Fachgeschäft.

Beispiel für eine schrittweise Umstellung

Das folgende Schema ist ein Beispiel für eine vorsichtige Umstellung auf eine niedrigere Sprengung, keine feste Regel. Wer Beschwerden bemerkt, geht wieder einen Schritt zurück.

WocheAnteil der Läufe im neuen SchuhHinweis
1ca. 10 bis 15 Minuten eines LaufsRest im gewohnten Schuh, nur locker laufen
2ca. ein Viertel der LäufeAuf Waden und Achillessehne achten
3 bis 4ca. die Hälfte der LäufeKurze Strecken, kein Tempo
5 bis 6Überwiegend im neuen SchuhBei Beschwerden zurück zur alten Sprengung

Kräftigungsübungen für Waden und Fußmuskulatur können die Umstellung unterstützen; lass dir Übungen von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten zeigen. Für Läufer mit Beschwerden an Ferse oder Achillessehne gilt: erst die Ursache klären, dann den Schuh wechseln.

Herstellerangabe und Labormessung im Vergleich

Die Tabelle zeigt für Modelle aus unserem Katalog, wie stark Herstellerangabe und Messwert von RunRepeat auseinanderliegen. Meist ist die Abweichung klein, in Einzelfällen nicht.

ModellHerstellerangabeLabormessung (RunRepeat)
Altra Lone Peak 80 mm1,4 mm
Saucony Kinvara 144 mm4,1 mm
Hoka Clifton 95 mm6,1 mm
ASICS Novablast 48 mm9,0 mm
ASICS Gel-Nimbus 288 mm5,2 mm
Brooks Glycerin 2110 mm10,6 mm
Salomon Speedcross 610 mm14,1 mm
Brooks Ghost 1612 mm12,4 mm

Für die Praxis heißt das: Nutze die Herstellerzahl als Richtwert und verlasse dich beim Kauf auf dein Laufgefühl, besonders bei Schuhen wie dem Nimbus 28 oder dem Speedcross 6.

Quellen und Hinweise

Die Erklärungen stammen aus den folgenden Quellen (Stand September 2026). Messwerte stammen aus RunRepeat.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine niedrigere Sprengung automatisch „natürlicher“ oder besser?

Nein. Eine niedrige Sprengung fördert einen Mittel- und Vorfußlauf und fordert die Waden stärker, eine hohe entlastet die Achillessehne. Welche für dich besser ist, hängt von deiner Lauftechnik und deinen Beschwerden ab.

Welche Sprengung passt für Einsteiger?

Meist eine mittlere bis hohe Sprengung, weil sie dem gewohnten Bewegungsablauf am nächsten kommt. Ein Wechsel auf niedrige Werte sollte langsam erfolgen.

Kann ich die Sprengung an vorhandenen Schuhen verändern?

Nicht sinnvoll. Die Sprengung ist Teil der Konstruktion der Zwischensohle. Absätze oder Einlagen verändern zudem das Abrollverhalten und können die Belastung ungünstig verschieben.

Warum weichen Herstellerangabe und Labormessung manchmal ab?

Hersteller geben meist die Nennwerte der Konstruktion an, im Labor wird der Schuh mit Belastung und an bestimmten Messpunkten gemessen. Deshalb zeigt RunRepeat teils andere Werte, etwa beim Salomon Speedcross 6 (10 mm laut Salomon, 14,1 mm gemessen).

Modelle mit unterschiedlicher Sprengung