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Laufschuhe bei Plattfuß und Senkfuß: Der große Ratgeber

Fußabdrücke im Sand an einem Strand
Kurz & knapp

Bei Senkfuß und Plattfuß ist das Fußlängsgewölbe abgesenkt oder fehlt, häufig verbunden mit einem nach innen knickenden Fuß. Fachquellen nennen Einlagen, Physiotherapie und Fußmuskeltraining als konservative Behandlung. Stabilschuhe wie ASICS Gel-Kayano oder Brooks Adrenaline GTS können unterstützen, ersetzen aber keine Abklärung bei Schmerzen.

Plattfuß und Senkfuß: Wo liegt der Unterschied?

Beim Senkfuß ist das Längsgewölbe unter Belastung stärker abgesenkt als üblich, aber noch vorhanden. Beim Plattfuß fehlt es nahezu vollständig, das ist auch ohne Belastung sichtbar. Häufig sind die Fersen dabei nach innen geknickt, dann spricht man vom Knick-Senkfuß. Bei Erwachsenen steckt dahinter oft eine erworbene Schwäche von Muskeln, Bändern und der Tibialis-posterior-Sehne, der wichtigsten aktiven Stütze des Gewölbes. Begünstigt wird das durch Übergewicht, mangelnde Bewegung und ungeeignetes Schuhwerk.

Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen am Fußinnenrand und am Innenknöchel, die bis in den Außenknöchel und den Unterschenkel ziehen können. Unbehandelt kann sich die Fehlstellung auf Knie, Hüfte und Rücken auswirken. Dieser Ratgeber ist keine medizinische Beratung; bei Schmerzen lass die Ursache von einer Ärztin oder einem Arzt für Orthopädie abklären.

Der Nassfußabdruck-Test als erster Check

Ein einfacher Orientierungstest: Mache den Fuß nass und stelle dich auf ein Stück Karton oder dunkles Papier. Ist der Abdruck im Mittelfuß durchgehend breit, ohne erkennbare Einbuchtung an der Innenseite, spricht das für ein abgeflachtes Gewölbe. Der Test ersetzt keine Untersuchung. Für eine verlässliche Einschätzung dienen eine Laufanalyse im Fachgeschäft oder eine orthopädische Untersuchung.

Was hilft beim Laufen?

MaßnahmeWas sie leistetWichtig zu wissen
Orthopädische EinlagenStützen das Längsgewölbe und lindern FußschmerzenIndividuell anpassen lassen, nicht von der Stange
StabilschuheFühren den Fuß und begrenzen das EinknickenSinnvoll vor allem bei Überpronation, Komfort bleibt entscheidend
Physiotherapie und FußtrainingKräftigen Fußmuskulatur und SehnenÜbungen von Fachleuten zeigen lassen, regelmäßig durchführen
Trainingsumfang steuernVermeidet ÜberlastungBei Schmerzen pausieren und abklären lassen

Konservativ behandelt man den Knick-Senkfuß nach Angaben orthopädischer Quellen zunächst mit Einlagen und spezieller Physiotherapie. Einlagen unterstützen das Längsgewölbe und lindern Fußschmerzen. Wer unter einem Senk- oder Plattfuß leidet, kann außerdem durch regelmäßige Übungen der Fußmuskulatur Abhilfe schaffen.

Brauche ich einen Stabilschuh?

Ein abgeflachtes Gewölbe geht oft mit Überpronation einher, also einem stärkeren Einknicken nach innen. Die Forschung zur Schuhwahl ist hier differenziert: Überpronation gilt nicht automatisch als Fehler, und Wissenschaftler wie Benno Nigg empfehlen, den Komfort in den Vordergrund zu stellen. Es gibt aber Hinweise, dass Stabilschuhe vor allem bei Läufern mit stark pronierenden Füßen das Verletzungsrisiko senken können. Mehr dazu im Ratgeber Laufschuhe bei Überpronation.

Stabilschuhe im Katalog

ModellFührungssystemKatalogpreisBewertung (Amazon)Hinweis
ASICS Gel-Kayano 31 (Damen)4D Guidance System, mediale Führung144 €4,4 bei ca. 1.900Starke Führung, Männer-Version ca. 311 g
Brooks Adrenaline GTSGuideRails an Ferse und Mittelfuß132 €4,6 bei nur 29Ca. 286 g, 12 mm Sprengung
On Cloudrunner 3Stabilitätsmodell von On138 €4,4 bei 69Noch wenige Bewertungen

Der Gel-Kayano 31 nutzt laut Test ein „4D Guidance System“, das das Einknicken dezent korrigiert; seine Gewichts- und Höhenangaben stammen aus RunRepeat (Herrenmodell). Der Adrenaline GTS setzt auf die GuideRails. Beide bieten Führung, unterscheiden sich aber im System und im Laufgefühl. Probiere sie an und laufe im Zweifel eine Runde im Geschäft. Einen Blick auf die Kilometerleistung und Haltbarkeit gibt der Ratgeber Wie oft Laufschuhe wechseln.

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Ergänzendes Fußtraining und Alltag

  • Fußmuskeln kräftigen: Übungen für die Fußmuskulatur können das Gewölbe stabilisieren, lass sie dir von Physiotherapie zeigen.
  • Barfuß im Alltag: Kurze Zeiten ohne Schuhe auf sicherem Untergrund trainieren die Fußmuskeln, dosiere sie langsam.
  • Gewicht und Training: Übergewicht kann die Belastung erhöhen, ein behutsamer Trainingsaufbau schont die Sehnen.
  • Alltagsschuhe: Auch im Alltag helfen Schuhe mit stabiler Fersenkappe und ausreichend Platz.

Woran du einen stabilen Schuh erkennst

  • Feste Fersenkappe: Sie sollte sich kaum eindrücken lassen und die Ferse sicher führen.
  • Verwindungstest: Drehe den Schuh in der Mitte. Ein stabiler Schuh lässt sich nur wenig verwinden, ein sehr weicher Schuh gibt stark nach.
  • Gerade Fersenkante: Stelle den Schuh auf eine ebene Fläche, er sollte nicht zur Seite kippen.
  • Passender Verlauf der Stütze: Die Innenseite darf nicht drücken, die Gewölbe-Stütze soll sich angenehm anfühlen.

Wann solltest du zur Ärztin oder zum Arzt?

  • Schmerzen am Fußinnenrand oder Innenknöchel, die beim Laufen zunehmen oder auch im Alltag auftreten.
  • Ausstrahlende Schmerzen in Unterschenkel, Knie, Hüfte oder Rücken.
  • Schwellung oder Rötung am Innenknöchel.
  • Zunehmende Fehlstellung: Die Ferse knickt deutlich nach innen, das Gewölbe wird flacher.

Orthopädische Fachpraxen können durch Untersuchung und gegebenenfalls Bildgebung klären, ob Einlagen, Physiotherapie oder weitere Maßnahmen sinnvoll sind. Für den Einstieg ins Lauftraining hilft außerdem der Ratgeber Laufschuhe für Anfänger.

Einlagen im Laufschuh: Darauf solltest du achten

  • Originaleinlegesohle herausnehmen: Die orthopädische Einlage ersetzt sie, sonst wird der Schuh zu eng.
  • Platz einplanen: Mit Einlage brauchst du oft etwas mehr Volumen, probiere Schuhe daher mit Einlage an.
  • Einlaufzeit einhalten: Gewöhne dich schrittweise an die Einlage, zuerst kurze Läufe.
  • Regelmäßig kontrollieren lassen: Einlagen nutzen sich ab und sollten laut Fachleuten überprüft werden.

Quellen und Hinweise

Die medizinischen Hintergründe stammen aus den folgenden Quellen (Stand September 2026). Sie sind keine individuelle Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Ist Senkfuß gefährlich beim Laufen?

Nicht zwingend, aber er kann Schmerzen am Fußinnenrand und im Unterschenkel verursachen und die Belastung von Knie und Hüfte verändern. Bei Beschwerden solltest du die Ursache abklären lassen.

Brauche ich bei Plattfuß zwingend Einlagen?

Nicht immer. Bei Beschwerden nennen Orthopäden Einlagen als erste konservative Maßnahme, sie sollten aber individuell angepasst werden. Ohne Beschwerden reicht oft ein gut passender Schuh.

Kann ich einen Plattfuß durch Training beheben?

Die knöcherne Struktur lässt sich durch Training nicht verändern, aber gekräftigte Fußmuskeln und Sehnen können das Gewölbe stabilisieren und Beschwerden mindern.

Welcher Laufschuh ist bei Senkfuß der richtige?

Das ist individuell. Stabilschuhe mit Führung können bei Überpronation helfen, entscheidend sind aber Passform und Komfort. Eine Laufanalyse im Fachgeschäft gibt eine gute Orientierung.

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